Montag, 3. Dezember 2012

Was wir vom Brigitte Shitstorm lernen können / UPDATE 03.12.2012

Es sollte eigentlich nur ein  möglicherweise etwas zu provokativer Artikel sein, in welcher die Brigitte Autorin ihre Ansicht über Männer jenseits der 30, die Skateboard fahren äußerte. Am Ende wurde daraus ein lehrreiches Beispiel über den Umgang mit Kritik im Internet und wahrscheinlich ein sehr stressiger Tag für die Online-Redaktion von Brigitte.de.

Folgende Ausgangssituation:


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Unter der Überschrift "Männer, die Skateboard fahren: Steig ab, Mann!" wurde auf Brigitte.de ein redaktioneller Artikel veröffentlicht, in welchem die Autorin ihre subjektive Meinung dazu äußerte, dass Männer über 30 noch auf Skateboards fahren.  Eines meiner Lieblingszitate, welche Ihre Meinung sehr gut zusammenfasst:

Am liebsten würde ich die am ergrauten Schopf packen und anschreien: 
"Hör auf damit! Dafür bist du zu alt." 

Darauf hin schaukelte sich der Sturm der Entrüstung zu diesem Artikel hoch. Die Raktion des Brigitte Teams: Neben ein paar Stellungnahmen hat man die Kommentarfunktion zu diesem Artikel einfach abgeschaltet.

Nun mag man der Autorin zustimmen oder auch nicht - sie hat das Recht diese Meinung zu äußern und auch wenn man kein Fan dieser Meinung ist, gibt dies kein Recht die Autorin zu beschimpfen oder gar zu bedrohen.

Jedoch sollte man als Community-Manager die Chance nutzen und sich dem Sturm stellen und nicht einfach die Kommentar-Funktion abschalten. Dies führte unter anderem dazu, dass auf der Facebook-Seite von Brigitte der Sturm weiter ging - diesmal jedoch mit vielen Artikeln, die sich daüber beschwerten, dass die Kommentar-Funktion abgeschaltet wurde und einzelne Kommentare gelöscht wurde...

Immerhin hat die Brigitte-Redaktion gemerkt, dass sie einen Fehler gemacht hat und hat die Kommentar-Funktion wieder eingeschaltet.  

Aktuell kommen zu dem Thema 3-4 Beiträge bei Facebook pro Minute und 6-7 auf Brigitte.de - möglich, dass man mit einer besseren Deeskalationsstrategie die Situation etwas besser in den Griff bekommen hätte. Auch andere Internetseiten haben dieses Thema bereits aufgenommen, denn im Internet gilt: Wer den Schaden (verursacht) hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

<<<<<<<<<<UPDATE 03.12.2012>>>>>>>>>>

Shitstorms kommen uns gehen - sie kommen schnell und intensiv und gehen langsam und unauffällig. Nachdem am Wochenende über das Thema in vielen Online-Portalen berichtet wurde und auch schon Facebook-Seiten mit mehreren tausend Fans zu diesem Thema gegründet worden sind, hat sich die allgemeine Lage (zumindest auf Brigitte.de) wieder verhältnismäßig entspannt. Nachdem es in der Anfangszeit Kommentare im 10-Sekunden-Takt zu dem Artikel gab, sind zum aktuellen Zeitpunkt am gesamten Tag von 0h-9.45h gerade mal 6 Kommentare eingegangen. Inhaltlich beschäftigen sich mittlerweile auch die Kommentatoren zum Teil mehr miteinander, als mit dem Artikel. Auch auf den oben genannten Facebook-Seiten sind die letzten Kommentare schon einige Stunden her.

Resümee: 
Was sind die Ergebnisse des 4-tägigen Shitstorms? Sicherlich eine Menge Traffic auf Brigitte.de und ein unfreiwilliges Wachstum der Bekanntheit der Autorin.

> 2.000 Kommentare unter dem Artikel (trotz oder gerade wegen der zeitweise deaktivierten Kommentarfunktion)
> 9.000 Facebook-Likes
196 mal wurde dieser Artikel getwittert
21 "+1" bei Google+
Leider viel zu viel Kommunikation unterhalb der Gürtellinie, die ich hier auch nicht zitieren möchte.


Beide Seiten haben sich nicht mit Ruhm beklekkert. Weder die Brigitte-Redaktion im Umgang mit dem Shitstorm, noch ein kleiner aber lauter Teil der Netzgemeinde, die sich sehr unsachlich mit dem Thema auseinander gesetzt haben (von Beleidigungen bis Morddrohungen war alles dabei).

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