Montag, 30. Januar 2017

2017 - kein Trendjahr im Recruiting?

"Neues Jahr - alte Themen" könnte man meinen, wenn man sich die mutmaßlichen Trends im Recruiting diesen Jahres anschaut. In den letzten Jahren gab es immer wieder das eine oder andere Leitthema, bei welchem man größere neuere Entwicklungen und Fortschritte erwarten durfte. Nur in diesem Jahr sieht es ein wenig anders aus - in diesem Jahr wirkt es so, als wenn man erst einmal die Themen der letzten Jahre weiter bearbeiten würde und kein "Big Bang" zu erwarten wird. Dadurch angeregt widme ich mich den beiden naheliegenden Fragen:


1.) Ist es wirklich so, dass es kein überstrahlendes Thema geben wird?
2.) Ist dies nun ein positives oder ein negatives Zeichen?
3.) Meine Einschätzung zu den Trends

Kein überstrahlendes Thema?
Woran macht man ein wichtiges Thema in unserer Branche fest? Auf der einen Seite gibt es meistens kompetente Recruiting-Experten, die ein Gespür für Trends haben. Letztendlich sieht man die relevanten Themen aber erst am Ende des Jahres im Rückblick. Wozu gab es die meisten Vorträge mit den meisten Besuchern; worüber wurde am meisten geschrieben; welcher Themen wurden am meisten diskutiert.

Selten waren Recruiting-Experten so uneinig, was die Trends des Jahres angeht, wie in diesem Jahr. Digitalisierung, Candidate Experience, Cultural Fit, Analytics, Predictive, AI, Matching, etc. - die Liste der Themen ist scheinbar endlos.

Mein geschätzter Blogger-Kollege Christoph Athanas, Geschäftsführer der meta HR Unternehmensberatung GmbH, und Autor des meta HR-Blogs hat es im Interview mit Helge Weinberg sehr gut auf den Punkt gebracht:

„Ich sehe kein singuläres Top-Thema in 2017, sondern eine verstärkte Beschäftigung mit bestehenden Herausforderungen und Trends. Vorne weg dürfte dabei die Digitalisierung von Recruiting und Personalmarketingaktivitäten stehen. Außerdem bleibt Kultur ein wichtiges Thema: Nach außen im Sinne von Cultural Fit im Recruiting und nach innen als wesentlicher Aspekt für die Mitarbeiterbindung. Die Trends der vergangenen Jahre setzen sich verstärkt fort: Digitalisierung einerseits über entsprechende Tools, beispielsweise für People Analytics, andererseits auch als Change in Form einer Auseinandersetzung mit Unternehmenskultur und dem Mind Set der HR-Akteure. Schlagworte, welche die Übersetzung dieses Mega-Trends in Handlungen übersetzen, sind beispielsweise Analytics, Candidate beziehungsweise Employee Experience und Cultural Fit.“

In den Jahren zuvor sah das teilweise noch anders aus - Candidat Experience, Berufsorientierung, Social Media etc. - prägten teilweise die Jahre.

Positiv oder negativ?
Was bedeutet es nun für dieses Jahr, dass es mutmaßlich keinen dominierenden Trend gibt und woran liegt dies möglicherweise? Ich halte es für eine normale und vor allem auch nachvollziehbare Entwicklung, dass Themen wie beispielsweise Candidate Experience auch weiterhin ein Trendthema ist. Dies liegt hier vor allem daran, dass es ein verhältnismäßig komplexes Thema ist. Gleiches gilt auch für das Thema Cultural Fit oder Analytics.

Es tut der Branche gut, wenn man den Arbeitgebern auch erst einmal die Zeit gibt, diese komplexen Themen zu verarbeiten und umzusetzen. Dazu bedarf es Zeit - und nicht sofort wieder einer "neuen Sau, die durchs Dorf getrieben" wird.

Mein persönlicher Trend:
Was wirklich ein zentraler Trend des Jahres war, sieht man immer erst am Ende des Jahres. Meiner Einschätzung nach wird man in diesem Jahr viel im Bereich Analytics, KPIs und Messbarkeit hören - also der Zahlenorientierung im Recruiting. Das war meiner Erfahrung nach auch Ende 2016 eines der relevantesten Themenfeldern im Recruiting und Employer Branding. Was dafür spricht ist die Tatsache, dass hier HR noch in den Kinderschuhen steckt.

Ich zitiere hier Prof. Wald: „In HR bahnt sich die stärkere Evidenz-Orientierung – nicht nur im Recruiting – an. Das analytisch begründete Vorgehen – oder anders – die Fakten-basierten Entscheidungen sind in den Personalbereichen auf dem Vormarsch."




Bild: CC0 - von pixabay

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