Donnerstag, 8. September 2016

Nach dem Slam ist vor dem #RecruiterSlam

Vor etwas mehr als zwei Jahren habe ich bereits einen ersten Artikel hier veröffentlicht zum damals noch ersten Recruiter Slam – wenige Tage nachdem die Website online gegangen ist. Mein Fazit damals „Also mein Appell an alle: Schaut euch die Seite an - überlegt euch, ob es was für euch ist und füllt den Recruiter Slam mit Leben!“. Ein erneuter Blick heute auf die Website zeigt: Hier hat sich ordentlich was getan. Aber langsam und immer der Reihe nach. Ich habe heute das Vergnügen Michael Witt und Tobias Meinhold zu interviewen – die beiden kreativen Köpfe hinter dem Konzept des Recruiter Slams.


Tobias Meinhold
Tim Verhoeven: Für alle die euch noch nicht kennen – stellt euch doch bitte kurz vor.

Tobias Meinhold: Hallo, mein Name ist Tobias Meinhold (40), lebe und arbeite in Biberach an der Riss, das mitten im idyllischen Oberschwaben liegt. Vor etwa drei Jahren gründete ich das „KultuReservoir“ – EventCreation & ArtistNetwork mit der Absicht hier in der Region Kleinkunst in Form von Poetry Slams, Lesebühnen oder andere artverwandte Events zu veranstalten. Alles nebenberuflich und aus einer gewissen Leidenschaft heraus – privat bin ich verheiratet und habe fünf Kinder.


Michael Witt: Hey Tim, danke für dafür, dass du dich wieder für den Slam interessierst. Freut uns sehr! Ich arbeite nach wie vor als Teamlead Recruiting bei Voith Industrial Services in Stuttgart und verantworte da das Recruiting und Personalmarketing.


Tim Verhoeven: Michael, das Konzept des Recruiter Slams sollte meinen Lesern bekannt sein. Was hat sich denn seit dem ersten Slam geändert?


Michael Witt: Neu wird sein, dass wir das Cup-System einführen werden, heißt es werden jeweils (in der Vorrunde) zwei Slammer gegeneinander antreten und das Publikum entscheidet direkt im Anschluss nach beider Auftritte, wer ins Finale einzieht. Somit sind die Teilnehmer gefordert mindestens zwei Texte parat zu haben – und eventuell auch gezwungen zu pokern, welcher Text sie als erstes präsentieren. Denn oft ist es so, dass man als „Poet“ einen starken und einen schwächeren Text in der Tasche hat. Wir versprechen uns dadurch auf jeden Fall mehr Spannung und Interaktion mit dem Publikum.


Tim Verhoeven: Tobias, wie kommt man auf die Idee, sich als Nicht-HRler freiwillig mit so vielen Personalern zu beschäftigen?


Tobias Meinhold: Freiwillig? Ne, der Michael hat mich einfach ohne zu fragen ins Boot genommen – Spaß. Als Michael 2014 auf mich zu kam und fragte, ob ich mir eine Art Poetry Slam auch für Recruiter vorstellen könnte, war ich erst skeptisch. Dann hab ich mich aber mit der Materie befasst und im Web geschaut, welche Arten von Events es bereits in der HR Szene gibt und durfte zu meiner Überraschung feststellen, dass es da durchaus experimentelle Ideen und deren Umsetzungen gibt. Somit war meine Angst, völlig auf ungläubige Gesichter zu stoßen, verflogen. Und ich muss sagen, ich freue mich riesig auf die Fortsetzung des #RecruiterSlam und die Kreativität der Teilnehmer.

Michael Witt - The One and Only


Tim Verhoeven: Der Recruiter Slam hat es medial sogar schon bis in die Mediathek von Spiegel-Online geschafft. Dort jedoch auch mit etwas kritischen Zwischentönen. „Loyal reimt sich auf egal, Schuppen auf Puppen: Beim Recruiter Slam versuchen Personaler, die Generation Y zu begeistern - mit vermeintlich witzigen Reimen. […]Bei der eigentlichen Zielgruppe ist die Idee, Recruiter von ihrer menschlichen Seite zu erleben, allerdings noch nicht so recht angekommen.“ Wie seht ihr das und wie ist euer Feedback zum ersten Slam jetzt mit etwas Abstand?


Tobias Meinhold: Mit der Kritik konnte ich gut leben. Im Gegenteil, Kritik sollte nicht negativ aufgefasst werden, sondern sollte anspornen, die bemängelten Punkte – sofern berechtigt – zu sondieren und daraus zu lernen. Der erste RecruiterSlam war ein Start-up, ein Versuch das Poetry Slam/ Science Slam Format gezielt auf die HR Szene anzupassen, um daraus ein eigenständiges Event zu formen. Dass am Anfang nicht alles klappt, die Teilnehmer auch vereinzelt etwas unsicher waren, indem was sie präsentieren sollten, ist doch völlig normal. Im Gegenteil ich empfand es als extrem mutig, was die Kandiaten im letzten Jahr performt haben. Jedermanns Geschmack trifft man eh nie und die Reime…nun denn, der Gewinner Henrik Zaborowski hat es ja vorgemacht, wie es funktioniert. Michael und ich hatten gewisse Vorstellungen, auch was die Zielgruppe anbelangt und das eine oder andere kam eben anders als erwartet. So ist das eben. Jetzt haben wir an ein paar Schrauben gedreht und sind gespannt, ob wir die richtigen angezogen haben.


 "Die Teilnehmer werden zeigen was in

Ihnen und auch HR so alles steckt"



Michael Witt: Mir geht es da wie Tobias. Zum einen finde ich es cool es in die Mediathek von Spiegel-Online geschafft zu haben und zum anderen muss man auch Kritik annehmen und sie richtig verarbeiten können. Aber es war ein kritischer Artikel macht den gelungenen Recruiter Slam 2015 nicht schlechter. Das ursprüngliche Konzept, HR, vor allem Recruiter und Personalmarketer anzusprechen und eben gleichzeitig auch Bewerber für die Firmen der Slammer und quasi eine andere Form einer Personalmesse gleichzeitig zu generieren hat nicht so funktioniert wie gewollt. Der Zuschnitt auf eine Zielgruppe und dieser die größtmögliche Aufmerksamkeit schenken ist dann auch beim Recruiter Slam 2016 der bessere Ansatz. Somit werden wir, bzw. die Teilnehmer nun zeigen was in Ihnen und auch HR so alles steckt. Ich freu mich da schon sehr drauf.


Tim Verhoeven: Im Vergleich zum letzten mal sehe ich nun schon eine Vielzahl von bekannten HRlern, die in diesem Jahr beim Recruiter Slam teilnehmen. Nur den letztjährigen Champion – den Titelverteidiger Henrik Zaborowski vermisse ich noch. Kommt er auch noch bzw. wie können wir ein #DoitagainHenrik erreichen?


"Henrik wird dem Recruiter Slam 2016

nicht den Rücken kehren!"




Michael Witt: Das braucht es gar nicht. Henrik wird dem Recruiter Slam 2016 nicht den Rücken kehren und auf jeden Fall da sein und das nicht nur als Zuschauer. Hernik wird auf jeden Fall die Auslosung vor dem Slam mitgestalten, sprich er wird die Paarungen ziehen. Und dann wird es noch eine kleine Überraschung geben, die dann aber erst am 09.11.2016 im Wizemann beim Recruiter Slam selbst zu erleben sein wird.


Tim Verhoeven: Wen würdet ihr euch als weiteren zukünftigen Teilnehmer in diesem oder den nächsten Jahren wünschen und warum?


Tobias Meinhold: Für das Line-Up ist Michael zuständig (lächel). Michael: Na da bin ich eigentlich völlig offen. Müssen halt Recruiter / Personalmarketer sein. Wir haben eigentlich bei den 8 Startplätzen nur diese Vorgaben und eben die Unterteilung, dass wir nur maximal 2 an Dienstleister vergeben wollen. Ein „Corporate“-Platz“ ist noch frei….



Tim Verhoeven: Ganz uneigennützig: Wird es nicht spätestens zum nächsten Recruiter Slam Zeit, dass ihr aus dem beschaulichen Schwabenland in die Metropole Frankfurt oder riiiiiesige Wirtschaftsregion „Rhein-Ruhr“ zieht? Oder anders gefragt: Wie sind eure Pläne für die nächsten Jahre mit dem Recruiter Slam?


Tobias Meinhold: Nun schauen wir mal wie die Fortsetzung läuft und beim Publikum als auch bei den Teilnehmern Anklang findet. Aber warum nicht. Stell uns die Frage am besten nochmal nach dem Slam…Frankfurt klingt schon reizvoll…


Michael Witt: Fra…was :P Naja, Stuttgart passt finde ich schon :-) Soviele HR Events finden da ja nicht statt und ich finds prima nach der Show mit der U-Bahn mal heimfahren zu können. Über die Stadt hatte ich mir bis du die Frage gestellt hast keine Gedanken gemacht, eher über den Rahmen. Tobias hat einige Eventformate, die ich mir auch in einer geänderten Form für den Recruiter Slam vorstellen könnte. Dafür gibt’s auch in Stuttgart bestimmt wieder ne passende Location. 


Tim Verhoeven: Falls es tatsächlich noch unentschlossene Leser geben sollte, habt ihr jetzt die Chance kurz zu „slammen“, um sie zu überzeugen :-)


Michael Witt: Oha! Kalt erwischt :D Na, ich kann da nur sagen, dass es Tickets auf unserer Homepage www.recruiterslam.de gibt. Und das slammen überlassen wir da mal besser den Recruiter-Slam Profis und da unserem Champion vom letzten Jahr: Henrik Zaborowski

 

1 Kommentar:

  1. Der Artikel ist nice und der nächste Slam wird heiß!
    So wie die Sonne, scheint voller Wonne
    auf mein Haupt, das graue.
    Und ich schaue ....
    und sehe ... und ich verstehe ...
    Stuttgart ist die Stadt - wo es echte Slamer hat :-)

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